DIE BESTEN EINFAMILIENHÄUSER 1999

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Stadthaus in Salzburg    

Der Reiz der Baugeschichte  

Architekten: Christine+ Horst Lechner, Salzburg  

 

     

 

ENTWURFSKONZEPT  

 

Karl Friedrich Schinkels phantastischer Entwurf für Schloß Orianda auf der Krim war von Anfang an die wesentliche Anregung für das Entwurfskonzept  und die Aufschlüsselung von Grundriß- und Aufriß des Gebäudes. Schinkel schrieb damals seiner Auftrag­ geberin:,,Wegen der reizenden Verführung, den Geist immer nach außen schweifen zu lassen und der präch­ tigen, freien Lage auf malerischer Höhe..." wolle er ein Grundrißkonzept entwickeln, das sich in besonderer Weise sowohl nach außen als auch nach Innen richten sollte.  Ein ähnlicher Wunsch, wenn auch in anderen Dimen­  sionen, liegt diesem Hauskonzept zugrunde.    

 

REALISIERUNG  

 

Wegen des Straßen- und Anrainerlärms liegen die Schlafräume und Kinderzimmer im Erdgeschoß dem schützenden Gartenhof zugewandt. Das Wohnen im Obergeschoß wird zur „Beletage", sie nutzt die phan­ tastische Aussicht auf den Fluß Salzach, auf die Festung Hohensalzburg, auf den Straßenraum und den Vorplatz zum Hauszugang. Der Dachpavillon in den Ästen der alten Eiche dagegen ruft phantasievolle Erinnerungen an die Kinderzeit im Baumhaus hervor.  Die Raumabläufe sind bei Eintritt in das Gebäude auf den Garten hin orientiert, mit Blickrichtung auf das Obergeschoß ebenso wie auf die Pergola. Im Wohnge­schoss werden der Bereich der Terrasse und der Winter­ garten und im Anschluß als Variante die offene Raum­abfolge erlebbar. Dem Entwurf lag der Wunsch zugrunde, dem bebauten Grund das verlorene Terrain auf den Flachdächern zu­ rückzugeben. Darüber hinaus wurden alle Außenmau­ ern mittels Spannseilen vollflächig bepflanzt, entweder vom Erdreich oder von den Terrassen aus. Der Winter­ garten unterstützt diesen beabsichtigten Gebäude­ charakter gemeinsam mit der bestehenden großen Eiche, die in reizvollem Dialog zum Baukörper steht.    

KONSTRUKTION UNO MATERIALIEN  

 

Fundamente: Dichtbetonwanne 30 cm  Kellerwände: Dichtbetonwanne mit 8 cm außenliegen­ der Wärmedämmung, innen verputzt  Aufgehendes Mauerwerk: Holzbetonmantelsteine mit Dämmung und Verputz  Zwischenwände:Tragende Wände in 25 cm Ziegel,  Trennwände in 10 cm, Ziegel, Flächen verputzt Decken: Stahlbeton mit 20 cm Wärmedämmung nach außen  Fußböden: Schwimmender Estrich mit Parkett Innentüren: Vollbautüren als Dreh- und Schiebetüren, lackiert oder furniert  Stützen: Stahlbeton  Fassaden: Verputzt und weiß gefärbt Fensterelemente: Holzfensternatur,einzelne in rot, grün, gelb und weiß akzentuiert  Heizung: Grundwasser-Wärmepumpe, Niedertem­ peratur-Bodenheizung in den Wohn- und Naßräumen, Wärmegebläse für  luftwärme  aus dem Wintergarten in den Keller, Holzofen im Wohngeschoß