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MISSING LINK | BERGKÄSE 2016

Suche nach dem " Missing Link"

 

​Architekturstudenten hatten freie Hand, ihre Ideen für das Gelände der Autobahnmeisterei in Lieferung zu entwickeln. ​

 

"Bergkäse": Horst Lechner will auf dem ehemaligen Asfinag -Gelände einen Berg (samt Löcher zur Innenbelichtung) bauen, da es auf dieser Seite der Stadt noch keinen gibt. ​

 

Liefering. Eine Fläche von 50.000 Quadratmetern , schwierig gelegen an der stark befahrenen Ausfallstrasse nach Freilassung, umramt von Kreisverkehren und entlang der Autobahn auf der einen sowie Wohnbebauung auf der anderen Seite, bedeuten städtebaulich eine besondere Herausforderung . Durch die Absiedelung  der  Asfinag - Autobahnmeisterei  ist dieses Grundstück  frei geworden, am besten als neuer Standort für die O Bus- Remise der Salzburg AG. Was also tun an diesem neuralgischen  Ort, so die Frage der Grundstückseigentümer - Salzburg AG sowie ein Kosortium aus drei privaten Bauträgern- und der Stadtregierung.​Weitergereicht haben sie die Fragestellung an Architekturstudierende der Kunstuniversität Linz. Diese sollten überlegen, was an dieser Stelle , außer der geplanten  Obus Remise, sonst noch möglich wäre. Sie sollten sich auf die Suche nach dem "Missing Link", dem fehlenden Verbindungsstück machen, das dem Areal, bestehend aus Verkehsinfrastrukturbauten, Stadtbrache, Stadtwachstum Geflüchteten und demographischen Wandel, eine neue Qualität verleihen sollte. Was fehlt an diesem Ort ? Was könnte diesen Ort besonders  und lebenswert machen ? ​

 

Matthias Böttger, seit 2012 Professor an der Kunstuniversität Linz, betreut gemeinsam mit Franz Koppelstätter das Projekt. "Die Studierenden erhielten nicht eine Aufgabe , was sie zu tun hätten, sondern sie mussten sich in die Lage versetzten , dass eine Fläche zur Verfügung steht , ein Bürgermeister sagt, dort soll etwas geschehen, er weiß aber nicht was. So sollten sie Ideen entwicklen und Szenarien erarbeiten, die dort auch in 50 Jahren noch einen Sinn haben" erklärt der Lehrgangsmeister . Die Entwürfe zeigen ein buntes Sammelsurium an Ideen auf.  Stefanie Bauer will beispielsweise im "Busregal "entlang  der Autobahndis O Busse übereinanderstapeln. An der lärmgeschützten Rückseite wächst eine Wohnsiedlung bis hin zur bestehenden Einfamilienhausbebauung. Corinna Heißer setzt auf "The Void" , die Remise als Oval, die ein effektives Leitsystem der O Busse ermöglicht und auf dem Dach ein freies Feld mit unbegrenzten Gestaltungschancen entstehen läßt. Horst Lechner nennt seinen Entwurf "Bergkäse", er will auf dem Asfinag - Areal einen Berg bauen. Um den "Berg " bis in die Tiefe zu belichten, wird er mit "Käslöchern" durchzogen. Martin Zieren wiederum  setzt auf Inselglück: Auf dem Dach der O Bus Remise entsteht eine Kolonie. Für Außenstehende eine Trutzburg , für die Bewohner eine Insel der Glückseligkeit.

 

​Der Salzburger Architekt Wolfgang Maul (Hobby a.) sowie sein Kollege Johannes Schallhammer erhielten von der Salzburg AG den Auftrag eine Studie über die weitere Nutzung des Asfinag Geländes anzufertigen. Sie betreuen das Projekt fachlich."Die Entwürfe zeigen alle eine Mischnutzung, Remise + Wohnbau, aber auch Universitätsgebäude oder ein Stadion waren darunter. Unbedingt nötig ist jedenfalls, nicht nur eine eingeschossige Halle auf 30.000 Quadartmetern, die tagsüber leer steht, zu bauen, wie das die Salzburg AG favorisiert. Das wäre städtebaulicher Humbug, wo ohnehin immer weniger Flächen zur Verfügung stehen, betont der Architekt.​Die Entwürfe sind in einer Ausstellung bis 12.Feb. 2016 zu sehen . ZurEröffnung am 27.Jänner um 18 Uhr diskutieren u.a.darüber im Künstlerhaus Matthias Böttger, Johann Padutsch und Andreas Schmidbaur, Leiter der Stadtplanung und Baubehörde, Architekt und Projektkoordinator.​​

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