top of page
DE

 

MB110 | Bierbrunnen / Lechner & Lechner Architects

​

 von Anton Giuroiu | Veröffentlicht am: 25. Februar 2025 | Aktualisiert am: 26. Februar 2025

(Vom Englischen ins Deutsche übersetzt)

​

​

Architekten: Architekturbüro Lechner & Lechner 
Bruttogeschossfläche: 4.670 m²
Grundstücksfläche: 2.045 m²
Fertigstellungsjahr: 2023
Fotografie: Julian Höck
Leitender Architekt: Horst Michael Lechner
Planungsteam: Christine Lechner, Horst Michael Lechner, Lukas Ployer, Paul Lechner
Innenarchitektur: MUTANT ARCH.MEDIA – Richard Bernsteiner
Projektpartner: Baufirma Kreuzberger, Metallbau Saller, EWW, Holzform
Zivilingenieur: Thomas Forsthuber – Forsthuber ZT GmbH
Tragwerksplanung: Thomas Forsthuber – Forsthuber ZT GmbH
Gebäudetechnik (HKLS): Raumklima Planungsgesellschaft mbH
Holzbau: Holzform
Landschaftsarchitektur: Landschaftsarchitekt Peter Aicher
Lichtplanung: Pt2s Elektroplanungs GmbH
Ausführungsplanung: HB2 Projektmanagement GmbH
Örtliche Bauaufsicht: Bleierer Baumanagement GmbH
Fassade: Metallbau Saller
Bauherr: VO & RMI Immobilien GmbH, Fabian Vorderegger.

​

MB110 Bierbrunnen, eine gemischt genutzte Entwicklung von Lechner & Lechner Architects in Salzburg, schafft architektonische Kohärenz entlang eines fragmentierten, gewerblich geprägten Abschnitts der Münchner Bundesstraße. Das 2023 fertiggestellte Projekt vereint Wohn-, Büro- und Gewerbeflächen in einer L-förmigen Struktur, die gezielt auf die hohen Umweltbelastungen des stark frequentierten Verkehrsraums reagiert. Ein landschaftsorientierter Entwurfsansatz integriert vertikale Gärten, öffentlich zugängliche Plätze und nachhaltige Mobilitätsstrategien und definiert damit die Beziehung des Standorts zur sich wandelnden Infrastruktur Salzburgs neu.

 

„Wir legen großen Wert darauf, jedes Gebäude individuell auf die Bedürfnisse seiner Nutzer:innen abzustimmen und damit seine Langlebigkeit und Relevanz sicherzustellen – ein für uns wesentlicher Aspekt von Nachhaltigkeit. Ein Gebäude kann nur dann als nachhaltig gelten, wenn es über einen langen Zeitraum genutzt wird.“  Interview mit Christine Lechner, Lechner & Lechner Architects

​​

Der MB110 Bierbrunnen reagiert auf den Mangel an städtebaulicher Kohärenz entlang der Münchner Bundesstraße in Liefering – einem Gebiet, das historisch ländlich geprägt war und heute von einer unstrukturierten gewerblichen Zersiedelung bestimmt wird. Zwischen der Autobahnabfahrt Salzburg-Mitte und der österreichisch-deutschen Grenze gelegen, bildet der Standort einen zentralen Verkehrsknotenpunkt, an dem die Münchner Bundesstraße auf den Forellenweg und die Lieferinger Hauptstraße trifft.

​

Zur Entlastung des Verkehrs hat das Land Salzburg die vierspurige Straße zwischen Freilassing und Salzburg-Mitte ausgebaut und dabei Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur integriert, um die räumliche Vernetzung zu verbessern. Diese Neugestaltung machte den Abbruch zweier bestehender Gebäude sowie eine Neuordnung der Grundstücksflächen zugunsten öffentlicher Infrastruktur erforderlich und eröffnete zugleich die Möglichkeit für eine neue architektonische Intervention.

​

Der Entwurf folgt der Geometrie eines L-förmigen Baukörpers, der zwischen den unterschiedlichen Maßstäben seiner Umgebung vermittelt. Eine gestaffelte Volumetrie bildet terrassierte Zonen aus, die die Wohnbereiche vor Verkehrslärm und Emissionen schützen und zugleich die Situation für das angrenzende kleinteilige Wohngebiet verbessern.

 

Zur Bundesstraße hin entwickelt sich der Baukörper mit einer klaren Auskragung und definiert eine starke städtebauliche Kante. Kragende Elemente verstärken die Präsenz des Gebäudes und markieren es als prägnantes architektonisches Landmark. Eine gezielte Unterbrechung der Baumasse an der Grundstücksgrenze wahrt die Kontinuität des umliegenden Stadtkörpers und respektiert gleichzeitig die räumliche Struktur von Freilassing.

 

Auf Straßenniveau stärkt das Projekt den öffentlichen Raum durch eine teilweise überdachte Kolonnade, die einen geschützten Übergang zwischen Straßenraum und den gewerblichen Nutzungen im Erdgeschoss schafft. Diese räumliche Schichtung verbessert die Aufenthaltsqualität für Fußgänger:innen und fördert nachhaltige Mobilitätsformen.

​

Das Raumprogramm vereint Büroflächen, Einzelhandel sowie 34 Wohneinheiten und integriert dabei einen rund 20 Jahre alten Bestandsbau, der bis zum dritten Obergeschoss teilweise überbaut wurde. Eine umfassende Mobilitätsstrategie setzt auf den öffentlichen Verkehr: Eine nahegelegene Bushaltestelle sowie gezielte Rad- und Fußwegeinfrastruktur reduzieren die Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr.

​

Der ursprünglich von versiegelten Flächen und verkehrlicher Infrastruktur dominierte Standort wurde im Rahmen eines landschaftsgeleiteten Entwurfsansatzes neu interpretiert. Zwei Baumreihen sowie vertikale Gärten sind in den Baukörper integriert und setzen sich bis zu einer Dachterrasse fort, die als mehrstufiges Belvedere mit Panoramablicken auf die Alpen und die historische Altstadt Salzburgs konzipiert ist.

​

Reflektierende Oberflächen, integrierte Wasserflächen und ein Biergarten tragen zur Regulierung des Mikroklimas bei und wirken der urbanen Überhitzung entgegen. Der Bierbrunnen Plaza etabliert sich damit als ökologischer und sozialer Mittelpunkt des Projekts und unterstreicht dessen Rolle bei der Weiterentwicklung der urbanen Landschaft Salzburgs.

​

​​​

 
Insta Logo_transparet.png
facebook logo - transparent.png
architzizer logo -transparemt.png
archdaily logo - transparent.png
world logo_transparemnt.png
archello logo - transparent.png
bottom of page