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Youth Hostel Gerlos 

lechner & lechner architects 

( Orginaltext aus dem Englischen ins Deutsche Übersetzt )

HOCHKRIMML, ÖSTERREICH

Architekten: lechner & lechner architekten

Fläche : 7560 m²

Jahr: 2021

Fotos: Julian Hoeck

Hersteller : GRAPHISOFT, Binderholz 

Leitende Architektin: Christine Lechner

Bauphysik : Ingenieurbüro Ing. Dennis Gappmaier

Entwurfsplanung/Ausführungsplannung: Lukas Ployer

Entwurfsplanung/Ausführungsplannung: Horst Lechner

Visualisierung: Paul Lechner

Einreichpläne: Michael Trixl

Bauherrenvertretung : Jörg Neumaier , Arne Tammen

Innenarchitektur/ Möbeldesigner: Stehaphan Keil

Statiker: Thomas Forstuber

Brandschutz : GOLSER TECHNISCHES BÜRO GmbH

Haustechnik: Bestra GmbH, OPTIPLAN Ingenieurgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung und Energiewirtschaft GmbH

Geologischer Berater: Mag. Andreas Pflügler GmbH

Ort: Hochkrimml

Land: Österreich

 


(Textbeschreibung von den Architekten/ Original in Englisch) . Die „Jugendherberge Gerlos“ liegt in den österreichischen Alpen im Ort Hochkrimml auf einer Höhe von 1700 Metern. Skifahren ist in der österreichischen Gesellschaft fest verankert und Teil des Schulunterrichts. Dieses Projekt zielt darauf ab, Klassenfahrten in einer ökologischen Umgebung erschwinglicher zu machen. Deshalb wurde das Hotel aus regionalem Holz in Massivholzbauweise errichtet, das Hotel wird mit Biomasse-Fernwärme beheizt, Strom kommt aus Photovoltaik, die Anreise erfolgt nicht per Individualverkehr sondern überwiegend per Reisebus und das Restholz aus dem Transport der Brettsperrholzwände wurden zu Möbeln verarbeitet.

 

Das Hotel verfügt über rund 7500 Quadratmeter Nutzfläche, rund 450 Betten und bei Schlechtwetter rund 2200 Quadratmeter Indoor-Sportflächen wie eine Kletterwand, ein Fitnessstudio und vieles mehr. Die Jugendherberge schafft mit ihrer räumlichen Anordnung und Freizeitgestaltung einen Mittelpunkt im Dorf.

Der Hauptbau des Jugendgästehauses ist als Längsbau in Holzbauweise konzipiert. Die städtebauliche und räumliche Intention ist es, zwischen Hauptgebäude und Straße einen nach Süden ausgerichteten U-förmigen „Dorfplatz“ zu schaffen, der als halböffentliche Vermittlerzone zwischen der Jugendherberge und den umliegenden Gebäuden fungiert.

Begleitet wird dieser Platz von zwei ebenerdigen Seitenflügeln, die als Landschaftswelle nach Osten und Westen räumlich differenziert sind und den Platz als Geländeeinschnitt in die Landschaft versinken lassen. Konkret bedeutet dies, dass diese beiden den Dorfplatz begleitenden Gebäudeteile in die Landschaft gegossen und anschließend begrünt werden. Sie verschmelzen mit der Umgebung. Wenn man sich der Jugendherberge nähert, erscheint sie als einfache Holzkonstruktion.

Der Zugang zum Hauptbau erfolgt über einen eingeschossigen, über die gesamte Breite verglasten Bereich vom Dorfplatz aus. Die Höhe dieses Bereichs entspricht den eingegossenen Gebäudeflügeln, die den Dorfplatz flankieren und den Hauptbau wie eine Brücke über den Dorfplatz schweben lassen. Räumliche Komplexität entsteht bei der Annäherung an das Gebäude. Während man im Verlauf des Dorfplatzes tief in die Landschaft eintaucht, ergeben sich durch das Hauptgebäude immer mehr Ausblicke auf die tiefer liegende Landschaft. Dies geschieht durch zahlreiche Lufträume zwischen den Etagen, die dem schlichten Baukörper bei näherer Betrachtung eine optische Durchlässigkeit verleihen.

Im Erdgeschoss auf Höhe des Dorfplatzes befindet sich das Foyer, von dem aus die Stockwerke über Rampen erschlossen werden. Dieser Zugang ist zentral über die gesamte Breite des Längsbaukörpers positioniert und erweitert den Raum des Foyers vertikal durch das Luftloch in der Mitte der Rampen. Die Vertikale des Rampenzugangs und die zahlreichen Lufträume zwischen den Geschossen gehen eine räumliche Symbiose ein und ermöglichen reiche Querblicke auf eine dreigeschossige Kletterwand, die im zweiten Untergeschoss am Sportplatz beginnt.

 

Das Projekt reiht sich in verschiedene allgemeine Diskurse ein, und vieles wäre ohne ein starkes Bewusstsein für soziale und ökologische Nachhaltigkeit sowie den Klimaschutz nicht so geplant und umgesetzt worden. Das Jugendgästehaus wird vom örtlichen Biomasse Kraftwerk beheizt, die Anreise erfolgt meist in Bussen, die Möbel wurden aus Abfällen der Herstellung der Holzmassivbauwände gebaut, das Projekt wurde statt eines üblichen Chaletdorfs errichtet und ist daher wesentlich sparsamer hinsichtlich des Flächenverbrauchs. Bei den Holzmassivbauwänden wurde bewusst Industriesicht-Qualität verwendet, um den Gebrauchsspuren der Nutzer Raum zu geben.



 

 

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