Lechner & Lechner
Architects
STRATEGIE
Wie in der Einleitung bereits kurz umrissen, bildet der Verkehr am Flussraum ein zentrales Thema. Infolge- dessen ist unserer Meinung nach keine zukunftsweisende Strategie für den Flussraum realisierbar, ohne einen Standpunkt zu diesem Thema zu entwickeln. In der Abbildung im Hintergrund sind die Hauptver- kehrsstraßen der Nord-Süd-Verbindung durch die Stadt am Flussraum dargestellt. Auf der nachstehenden Doppelseite befindet sich ein Übersichtsplan über den Verkehr.
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Wie in der Einleitung bereits kurz umrissen, bildet der Verkehr am Flussraum ein zentrales Thema. Infolge- dessen ist unserer Meinung nach keine zukunftsweisende Strategie für den Flussraum realisierbar, ohne einen Standpunkt zu diesem Thema zu entwickeln. In der Abbildung im Hintergrund sind die Hauptver- kehrsstraßen der Nord-Süd-Verbindung durch die Stadt am Flussraum dargestellt. Auf der nachstehenden Doppelseite befindet sich ein Übersichtsplan über den Verkehr.
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Wie in der Einleitung bereits kurz umrissen, bildet der Verkehr am Flussraum ein zentrales Thema. Infolge- dessen ist unserer Meinung nach keine zukunftsweisende Strategie für den Flussraum realisierbar, ohne einen Standpunkt zu diesem Thema zu entwickeln. In der Abbildung im Hintergrund sind die Hauptver- kehrsstraßen der Nord-Süd-Verbindung durch die Stadt am Flussraum dargestellt. Auf der nachstehenden Doppelseite befindet sich ein Übersichtsplan über den Verkehr.
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SALZBURGER NACHRICHTEN
Neues Leben unter altem Dach
Salzburger Nachrichten | Haustraum | Autorenschaft Gernot Stadler
Wenn historische Dachböden in der Salzburger Altstadt ausgebaut werden, entsteht nicht nur neuer Wohnraum. Oft werden dabei auch wichtige Sanierungen angestoßen.
Bis zum Bau der Alpenstraße 1939 war die Nonntaler Hauptstraße Salzburgs einzige Ausfallstraße Richtung Süden. Sie durchzieht das Innere und das Äußere Nonntal auf fast zwei Kilometern bis zum Kommunalfriedhof. Bei der Mariensäule am Beginn der Fürstenallee beginnt das Äußere Nonntal. Ein paar Meter südlich davon wurde 1912 an der Kreuzungszone mit der Erzabt-KlotzStraße ein dreistöckiges Zinshaus gebaut. Der späthistorische Bau mit einem Eckerker in den beiden oberen Etagen und aufgesetztem Turmgeschoß in der Dachzone darüber wirkt herrschaftlich bis ansitzartig. Das rote Dach und die Fensterläden in gedecktem Salbeigrün geben ihm einen alpenländischen Villenstil. Dazu passt auch die Aufschrift an der Fassade „Gottes Leh'n", möglicherweise eine Anspielung auf den historischen Heimatroman des bayerischen Schriftstellers Ludwig Ganghof er von 1899. Innen ist das mustergültige Stiegenhaus mit den hölzernen Wohnungseingangstüren aus der Ursprungszeit erhalten, früher gab es eine Hausmeisterwohnung im Souterrain und zwei Dienstbotenzimmer unter dem Dach.
Bestehendes besser nutzen
In den 193oer-Jahren sollte das Haus um eine vierte Ebene erweitert werden. Ein negativer Bescheid des Landeskonservators von 1935 mit Hinweis auf das Gesamtbild des Stadtteils ist erhalten. Christine Lechner von den Lechner-Architekten findet das spannend: ,,Salzburg schaut nicht zufällig so aus, wie wir es heute kennen. Bei uns wurde offenbar schon vor hundert Jahren achtsam mit der bestehenden Substanz umgegangen."
Dennoch ist sie sich sicher, dass das Haus schon bei seiner Entstehung für eine zusätzliche Etage angelegt war. ,,Warum gäbe es sonst ein Turmzimmer mit drei Fenstern und Raumhöhen bis vier Meter? Für einen Dachboden eindeutig zu schade", findet Christine Lechner. Die Dachräume ebenso wie das Souterrain wurden von den Lechner-Architekten saniert und für neue Bestimmungen adaptiert. Im Souterrain entstanden Büro- oder Praxisräume, im Dachgeschoß zwei außergewöhnliche Wohnungen mit sensationellen Ausblicken. In den Etagen dazwischen wurden Stiegengeländer ergänzt oder absturzsicher aufgerüstet und Schaltkästen den Brandschutzbestimmungen angepasst. Die original erhaltenen Eingangstüren zu den Wohnungen wurden innen mit einer dünnen Brandschutzlage versehen, um die historische Substanz und Optik zu erhalten, erzählt Christine Lechner: ,,Ausbauten in historischen Bauten wie diesen sind immer zugleich eine Instandhaltung. Es tauchen fast immer Dinge auf, die unbedingt saniert werden müssen. Das macht das Vorhaben meist aufwendiger als geplant, hält aber ein Gebäude auf lange Sicht instand."
Geschichte unter dem Dach
Ein sorgsamer Umgang mit dem Bestand war den Architekten von Lechner & Lechner auch beim Ausbau des Dachgeschoßes wichtig. Als Gebäude innerhalb der Salzburger Altstadtzone ist das Haus mit einem Erhaltungsgebot belegt. Der historische Dachboden mit Bundtramen und Stuhlsäulen sollte bewahrt und behutsam verstärkt werden. ,,Das war ganz in meinem Sinne. Es ist ein hundert Jahre altes Dachgestühl, das man sehen soll und darf. Aber andererseits wäre es schade, so schöne Räume nicht sinnvoller zu nutzen. Durch den Dachstuhl entsteht eine reichhaltige räumliche Situation. Von den vier Metern am First geht es hinunter bis zum Kniestock. Dadurch hat man zugleich das Opulente und das Gemütliche, also ganz verschiedene Raumsituationen innerhalb einer Einheit."
Bundtram als Sitzbank
Bundtramen, Stuhlsäulen und Dachschrägen erschwerten die Raumeinteilung. Christine Lechner machte sich wie bei einem Puzzlespiel mit viel Detailliebe an die Aufgabe heran. Mit Hilfe von 3D-Software gelang es, die Räume so einzupassen, dass sie ohne große Barrieren genutzt werden können. Die Bundtramen werden teilweise als Sitzbänke oder Sideboards genutzt, mit Waschtischen überbaut oder mit Split Levels begehbar gemacht. Christine Lechner war es nicht nur ein Anliegen, den Aufbau des 100 Jahre alten Dachgestühls sichtbar zu lassen, sondern auch Vorhandenes wiederzuverwenden. Die patinierte Eisentür zum einstigen Dachboden markiert heute den Eingang zu einem Garderoberaum in einer der neu renovierten Wohnungen. Eine zweiflügelige Etagentür aus dem Souterrain trennt in der anderen Wohnung Vor- und Wohnraum. Die Wandverstärkungen wurden bewusst sichtbar gelassen, ebenso wie Auflageflächen für die Bundtramen auf den tragenden Wänden. ,,Das Spannende ist der Kontrast zwischen Bestandskonstruktion und dem, was neu hinzugekommen ist", erklärt Christine Lechner bei der Besichtigung der Wohnungen. Die neuen Einbauten - von Türen bis zu den Einbauküchen - sind in schlichtem Weiß gehalten, um den Bestand wirken zu lassen. Architektin Christine Lechner: ,,Alles, was neu ist, ist zurückhaltend, aber eindeutig als nachträglich eingebaut erkennbar."
Erhalten und ergänzen
Zusätzlich zu den bestehenden Fenstern und anstelle der Gauben, die auf dem wärmegedämmten L-förmigen Dachfirst keinen Platz mehr fanden, wurden Dachflächenfenster eingebaut. Christine Lechner war es ein besonderes Anliegen, dass jede neue Dachöffnung grandiose Ausblicke ermöglicht. Sie legte Sichtachsen unter den Plan, und heute rücken beim Blick durch jedes der Fenster Staufen, Untersberg, Festung oder Richterhöhe ins Bild: ,,Einen von den Ausblicken ähnlich reichhaltigen Platz gibt es kaum in Salzburg. Man ist Teil der Altstadt und blickt zugleich in die Berge." Auf die Frage nach drei Regeln für einen gelungenen Dachbodenausbau antwortet Christine Lechner: ,,Den Bestand zeigen und zelebrieren. Das Praktische, Nützliche in etwas Schönes verwandeln. Und neue Fenster sollen wie Bilderrahmen funktionieren, also schöne Ausblicke gewähren."






