Geheimraum oder Galerie

​"Flexibel sein heißt, die klassischen architektonischen Wertvorstellungen über Bord werfen. Flexibel sein im Alltag: die Baufrauen und Bauherren in ihrer Eigenart zu respektieren." Christine und Horst Lechner​

 

Eine ehemalige Werkstatt in der Salzburger Altstadt wurde von Horst und Christine Lechner zum eigenen Büro umgebaut. Wo früher vom Fahrrad bis zum Motorrad alles repariert wurde , zeichnen und planen nun fünf Architekten. Obwohl sich die Atmosphäre des Raumes stark verändert hat , bewahrt er seinen ursprünglichen Charakter. Die vorhandene Struktur zu erhalten und dabei eine flexibel Nutzung des Raumes zu ermöglichen, waren die wichtigsten Planungsprämissen. Die Ablesbarkeit der "Implantate" wurde zum Gestaltungsthema. Die hinzugefügten Elemente überlagern in einer klar und deutlich getrennten Schicht, wie eine Zeichnung auf Klarsichtfolie einen alten Plan, die Substanz.​Auffälligste Neuigkeit unter den eingebauten Objekten sind die abgehängten Schränke, die neben ihrer wichtigen Staufunktion den Raum in seiner Längsrichtung unterteilen können. An die bestehenden, quer über die Halle gespannten I Träger aufgehängt, schweben die schwarzen Holzboxen über den Boden.Durch das Verschieben der drei Schrankeinheiten auf die eine oder andere Raumseite bzw- in die Mitte entstehen unterschiedlich Raumzusammenhänge, die fexibel nutzbar sind. Die Längsseiten der Schränke sind mit einer Schaumgummi- Oberfläche belegt und dienen als Pinnw​ände für Zeichnungen. Aufgehängte Pläne oder Bilder können nach Bedarf durch das Zusammen- bzw.Auseinanderrücken von zwei Einheitenaus dem Blickfeld genommen bzw als kleine Vorführungsgalerie in den Mittelpunkt geschoben werden. ​Alt und Neu unterscheiden sich klar erkennbar auch am Boden. Auf dem bestehenden , dunklen Estrich der ca. 120 m2 großen Halle , liegt im Abstand zu den Umfassungswänden, um das Neue hervorzuheben, ein sandfarbener Estrichboden als aufgesetztes "Tablett". Die nötige Isolierung nach unten , die neue Elektroverkabelung und weitere technische Installationen konnten in dieser Aufkantung  untergebracht werden. Abstand zur Substanz halten auch die neuen Ablageflächen in den vorhandenen Nischen : Hauchdünne Stahlplatten wurden in die rückwärtige Mauer eingeschoben, um die seitlichen Leibungen nicht zu berühren.​Vorhandene Arbeitsschächte im Boden, die früher für die Reparatur  der Motorräder nötig waren, wurden zum Unterlagendepot umfunktioniert und mit einfachen Gitterrostenabgedeckt; die Teeküche ist in einer verschließbaren Box auf Rädern untergebracht; die Badewanne befindet sich hinter einer Glaswand, die mit Alblamellen bei Bedarf blickgeschützt sein kann ... Bis ins Detail wurde das Konzept der Erhaltung des bestehenden Raumes und der sichtbaren Trennung von Alt und Neu umgesetzt.​

 

Respekt gegenüber dem Bestand war die Grundhaltung , Flexibilität in der Nutzung bildete die Entwurfsvoraussetzung beim Umbau der ehemaligen Zweiradwerkstätte zum Architekturbüro. Die große Halle sollte ihren offenen Charakter erhalten, jedoch mehrere , flexibel nutzbare Raumzonen ermöglichen. Neben einer kleinen abschließbaren Küchenbox auf Räder stellen aufgehängte Schränke die beweglichen Elemente dar. Von Seitenwand zu Seitenwand über ca. 9m verschiebbar dienen die zwischen Decke und Boden schwebenden Holzboxen als Raumteiler. Da die Schiebetüren der Schränke mit Schaumgummi überzogen sind, können sie als Präsentationsflächen für Zeichnungen verwendet werden. Fixe Implatate wie der Boden oder die Regale in den Nischen wurden ebenfalls durch erkennbare Abstände von der bestehenden Substanz getrennt.​Die verwendeten baustoffe- Beton und Stahl, entsprechen den typischen Werkstattmateriellen, durch dessen sorgfältige Oberflächenbehandlung entsteht in der alten halle allerdings eine ganz andere , besonders elegante Atmosphäre-​

 

The basic design approach was respect of the existing structure and the brief for the conversion of a motorcycle garage into an architectural studio called for functional versatility .The large hall was to retain ist open character, but allow for several spatial areas that could be used variably.  Apart from a small kitchen box on wheels, hanging storage units make a movable partitions.  The wooden sliding boxes can be moved - floating above the floor - along ceiling rails spanning the approximately 9 meters from sidewall to sidewall . The sliding doors of the cupboards  are covered with foam rubber and may be used as pinboards for architectural drawings. Fitted elements  like the flooring or the shelves in wall recesses were also kept separate from the existing structure through clearly visible unsealet joints.​ The material used - concrete and steel - represent typical workshop materials. Their sophisticated finishing, however, produces the very different , very elegant atmospere of the architect's studio.​​​​